Arthur Brügger

        

           https://www.youtube.com/watch?v=QYVxgRciQ-c

       

           Eines von rund 130 Musikstückli von Arthur Brügger

                              ( Pfynwald-Ländler )







Der gebürtige Adelbodner Arthur Brügger war ein Grosser in der Schweizer Ländlermusik. Er verstarb 2010 im Alter von 82 Jahren und hat ein nachhaltiges Kulturerbe in der Schweizer Volksmusik hinterlassen.....





Er hinterlässt ein nachhaltiges Kulturerbe in der Schweizer Volksmusik.

«In Brüggers Musik spiegelt sich die urtümliche Schönheit der Berner Oberländer Landschaft wieder.» Das schrieb Felix Bischoff im Jahr 2000 über ein Konzert der Kapelle «Echo von Adelboden» in der Toggenburger Presse. 1951 hat Arthur «Turi» Brügger diese Kapelle gegründet und spielte auch in anderen Formationen mit. An die 130 Musikstücke komponierte er, lieblich-melodiöse Musik. Die Titel wie «Adelboden hell», «Abendrot am Grosslohner», «Hahnenmoos Pulverschnee» zeugen alle von der Verbundenheit zur Heimat des Verstorbenen.


Die " Jutzi-Brüggers "


Die Musikalität wurde Turi in die Wiege gelegt. «Daheim, im Boden zu Adelboden, wurde hauptsächlich gesungen», sagt sein in Heimberg wohnhafter – auch sehr musikalischer – jüngster Bruder Fred. Und: «Wir zwölf Brügger-Kinder bildeten ein nicht unbedeutendes Jodlerchörli.» Die Einheimischen nannten sie die «Jutzi-Brüggers». «Trotz aller Liebe zur Musik musste sich Arthur gedulden», fährt Fred Brügger im Gespräch fort. Erst mit 16 Jahren konnt sich Turi mit dem ersten verdienten Batzen ein Schwyzerörgeli auf Abzahlung kaufen. Stunden habe er nie genommen.

Sein grosses Vorbild war Lorenz Giovanelli, der damals die bekannte Kapelle Alpengruss Frutigen leitete. Giovanellis Spielweise war die Vorgabe für seine Inspiration. Dazu war kein Weg zu lang. So ging er auch zu Fuss von Adelboden nach Frutigen. Weil er kein Geld hatte, um ins Lokal hineinzugehen, sass er vor dem Fenster und lauschte der Musik, um nachher wieder zu Fuss nach Hause zu gehen und die gehörten Stücke zu spielen.

Portier, Waldarbeiter "Von der Musik allein konnte ich nicht leben, um meine Familie, Frau Irma und zwei Töchter, zu ernähren», erklärte der Verstorbene im Herbst 2008 in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Es gab kaum eine Arbeit, die er im Laufe seines Lebens nicht gemacht hat. So betätigte er sich als Hotelportier, Waldarbeiter, Berufsmusiker, Mineur bei der KWO Oberhasli, Buschauffeur Während Jahren arbeitete er als Pistenpatrouilleur am Hahnenmoos und konnte so seine Leidenschaft zum Skisport verbinden. Gross war die Befriedigung als Lehrer an der Musikschule Unteres Simmental/Kandertal zu unterrichten. Dies löste einen Boom an Schwyzerörgelischülern aus.


" Dass er es geschafft hat, über 50 Jahre hinweg alle fremden Strömungen und Einflüsse von seiner Musik fernzuhalten und seinen Weg unbeirrt und beharrlich gegangen ist. Damit hat er wertvolles Kulturgut erhalten.» Sein Musikstil ist über die Berner Grenze hinaus bekannt. Speziell in der Innerschweiz besteht eine grosse Anhängerschaft."


Abschied mit Schneewalzer:


Seine Familie hat in Stille von Arthur Brügger Abschied genommen. Ländlermusik war sein Leben. Zwei Tage vor seinem friedlichen Einschlafen am 18.Februar habe er noch seiner Pflegerin im Altersheim Schärmenhof in Thun den Schneewalzer vorgespielt. Hier verbrachte er den letzten Monat seines Lebens. Seine Musik lebt weiter: Die urwüchsigen Melodien werden auch Nachfolge-generationen der Schweizer Volksmusik spielen und hören. Vielleicht wird auch der Geburtsort Adelboden seinem legendären Bürger eine nachhaltige Ehrung zukommen lassen?