Peter Müller / 40 Jahre Güetli-Buebe




Text:  Hansruedi Sägesser

Im „Lexikon der Schweizer Volksmusikanten“ findet man den Namen des Berner Oberländers  Peter Müller  nicht. Trotzdem gelang dem begnadeten Akkordeonisten im Jahr 1972 zusammen mit dem Lauterbrunner Musikanten  Christian Stäger die Gründung eines Akkordeonduetts, das von sich reden machen sollte. Eher durch Zufall gesellte sich auch noch Bassist Max Flück – auch ein Berner Oberländer aus Einigen (nahe Spiez am Thunersee)  - zu diesem Duo. Er  wohnte dort i. Quartier  „Güetli“ und so war der Name des neuen Akkordeonduetts eigentlich vorprogrammiert: „Güetli Buebe“. Peter Müller erinnert sich an seinen allerersten Auftritt mit Christian Stäger: „Ich hatte noch kaum eine Ahnung im Umgang mit einer Handorgel; sagte aber trotzdem frech und spontan zu. Üben, üben und nochmals üben  hiess die Devise. Und so wurde mein erstes, öffentliches Gastspiel auf dem Brienzer Rothorn zu einem erfreulichen Erfolg“. Damals war Peter Müller um die 20 Jahre alt. Was gut ist, hat bekanntlich Bestand: Zwei Jahre spielte er in der „Urformation“ der Güetli-Buebe; dann gabs bereits 1975 eine erste Schallplatte.



Der Name „Güetli-Buebe“ wurde fast über Nacht zu einem Begriff in der Schweizer Akkordeonszene. Die enge Zusammenarbeit mit Christian Stäger von Lauterbrunnen,  dauerte dabei 13 Jahre; dann trennte man sich – zumindest musikalisch. Die Freundschaft zwischen den Beiden litt darunter aber nicht. „Wir wohnten einfach zu weit auseinander“, sagt Peter Müller rückblickend, „und das erschwerte vor allem einen geregelten Probenbetrieb“. 1991 war dann für Peter Müller eine Art „Glücksjahr“: Er lernte den Akkordeonisten Leonhard (Lieni) Buholzer kennen. Den Kapellennamen „Güetli Buebe“ behielt man, samt dem typischen, speziellen Musikstil bei. Der Erfolg blieb nicht aus:

Andere Formationen bemühten sich um Peter Müller wie etwa Hausi Straub, Fredy Pulver oder Hans Hänni. Ein Zeichen dafür, dass Peter Müller in der Schweizer Volksmusikszene endgültig zu den Grossen gehörte.

Eines war klar: Schon die „Urformation“  der Güetlibuebe beschloss, diesen Kapellennamen nicht mehr  herzugeben; egal, wie sich die Formation auch in späteren Jahren zusammensetzen würde. Er war  inzwischen nämlich zu einem eigentlichen Begriff geworden. Auch nicht, als ein „Güetli-Meitli“ zum Männerduo stiess. Es war Jacqueline, Peter Müllers spätere Ehefrau. Als er sie 1978 kennen lernte, war sie im Begriff, Klavier-Begleit zu lernen – ein Glücksfall !   Sie ist bis heute fester Bestandteil der Kapelle und so müsste man deren Name eigentlich ergänzen:  „Güetli Buebe und Meitli“.


Seit der Gründung der „Güetli – Buebe“ sind 40 + 2 Jahre vergangen. Und gestützt auf den Dauererfolg und nicht zuletzt auch auf Drängen der vielen Fans haben sich die Musikanten entschlossen, das 40 Jahr Jubiläum im Nachhinein doch noch ein bisschen zu feiern. Man machte das mit kleinen Geburtstagskonzerten, bei denen auch befreundete Formationen wie das „Innerschweizer Ländlertrio“ um den Emmer Bläser René von Rotz, mit Chlaus Omlin (Akkordeon), Lieni Buholzer (Akkordeon/Klavier). Oder das SQ Hausi Straub und das Akkordeon - Duo Maria Bachmann - Peter Müller, Peter`s heutige Formation, unter anderem dabei waren.

Das Konzert in der proppenvollen Krienser „Alpenrose“ zeugte auch vom kompositorischen Können Peter Müller`s.  Ein grosser Teil waren Eigenkompostionen aus seiner umfangreichen Notenmappe unter dem Motto „Typisch Güetlibuebe“.  Balsam für Ohr und Gmüet: Noch zu vorgerückter Stunde gingen die Zuhörer aufmerksam mit – und das gibt’s nur, wenn hervorrgende Musik gemacht wird. Perfekt und lautstark präsentiert wurde diese verspätete Geburtstagsfeier von keinem Geringeren als vom eidgenössischen VSV-Ehrenmitglied Edi Ulmi aus Wolhusen; ein enger Freund der Güetli-Buebe (und Meitschi)...  Die SCHWEIZER VOLKSMUSIK gratuliert herzlich zum unrunden Geburtstag und wünscht für die nächsten 42 Jahre das Allerbeste.

  Häppi Bördsdei !